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03Nov

Kreisgrüne trafen Bürgermeister zur Errichtung einer IGS Oyten

Oyten. Der Rat hat sich für eine integrierte Gesamtschule in Oyten ausgesprochen. Die grüne Kreistagsfraktion, Ratsgrüne und Vertreter der Gesamtschulinitiative berieten gemeinsam mit Bürgermeister Cordes über Orientierungspunkte einer Gründung. „Alle freuten sich darüber, dass in Zukunft auch Kinder unseres Landkreises Verden in einer Gesamtschule lernen können“, so Karin Labinsky-Meyer schulpolitische Sprecherin der Kreisgrünen. „Was Gesamtschulen angeht, bilde der Landkreis Verden einen der wenigen weißen Flecken auf der Landkarte. Im Landkreis Schaumburg hingegen sei die Integrierte Gesamtschule(IGS) schon fast flächendeckend eingeführt. Um so mehr sei der jüngste Einsatz der Oytener für eine solche Schule in ihrem Ort zu loben“, hob der frühere Schulamtsdirektor im Namen der Gesamtschulinitiative am Montagabend hervor. „Bevor es konkret wird und der Landkreis die IGS beantragt, muss eine Elternbefragung organisiert werden,“ erläuterte Manfred Cordes, „Es werde noch einige Zeit ins Land gehen. Auf einer ersten Infoveranstaltung sei das Elterninteresse jedoch beeindruckend gewesen,“ so Cordes.

Ratsfrau Christine Hempel wies darauf hin, dass vor der Elternbefragung dringend die Eltern über die Schulstruktur informiert werden müssen, denn in Niedersachsen gibt es einen Wust aus weiterführenden Schulen. Anstatt das Chaos zu entwirren, plant die Landesregierung nun eine achte Schulform einzuführen: Die Oberschule. „Die Verwirrung bei den Eltern ist groß.“ stimmte Cordes zu : „Hier werden Nebelkerzen gezündet.“ Kreispolitiker Erich von Hofe erläuterte, dass die Oberschule keine Alternative zur IGS darstelle, weil die Kinder wie gehabt ab Klasse fünf entsprechend der bisherigen Schularten aussortiert würden.“

Karin Labinsky-Meyer hielt der Landesregierung vor: “Konsens geht anders! CDU und vor allem die FDP verharrt in IGS – feindlichen Positionen. Die Mogelpackung Oberschule ist kein Zukunftsmodell. Denn immer mehr Eltern wollen für ihre Kinder eine Schullaufbahn, die alle Wege bis zur 10. Klasse offenhält. Der Druck in den Grundschulen steigt. Welche Empfehlung wird ihr Kind erhalten? Welche Chancen hat es für das spätere Leben? Mit welchen Kindern wird ihr Kind jeden Tag spielen? Ebenso macht der Druck am Gymnasium maches Kind krank. Deshalb wünschen Eltern den offenen Weg in einer IGS mit Entscheidung nach der 10.Klasse. Durch das gemeinsame Lernen erreichen viel mehr Kinder einen besseren Schulabschluss,“ so die Kreisgrüne.

04Mai

Verdener Gespräch: Klimaschutz auch im Landkreis Verden

Klimaschutz auch im Landkreis Verden

Angesichts des langen und schneereichen Winters in Deutschland kann man schon Zweifel bekommen, ob der Klimawandel wirklich eine reale Gefahr für unsere Umwelt darstellt. Über die Medien wurden Bedenken gegen internationale wissenschaftliche Untersuchungen verbreitet, indem auf Druckfehler im vieltausendseitigen Bericht des Weltklimarats des IPCC hingewiesen wurde.

Der Klimawandel ist aber real. Trotz des kalten Winters in Teilen Europas gehört das letzte Jahr global betrachtet zu den heißesten Jahren der letzten Jahrzehnte. In normalerweise kalten Regionen wie Grönland, Spitzbergen oder auch in der Olympiastadt Vancouver ist es ungewöhnlich warm gewesen. In Südamerika und in Australien hat es sogar Hitzewellen gegeben.

Langfristige Beobachtungen des Klimas ergeben einen klaren Trend: Die Erdatmosphäre erwärmt sich von Jahr zu Jahr. Indem der Mensch fossile Energieträger wie Erdöl oder Kohle verbrennt, setzt er das Treibhausgas Kohlendioxid frei und trägt so dazu bei, dass die Temperaturen auf der Erde stetig steigen. weiterlesen »

10Mrz

Verdener Gespräch: Weiterentwicklung der Schulstruktur im LK Verden

Im Kreistag am 28.5.2010 soll ein Zielkontrakt zwischen dem Kreistag und dem Landrat beschlossen werden. Derzeit werden in den Fachausschüssen die einzelnen Ziele beraten. Das Ziel für die Schulen im Landkreis Verden ist es, eine wohnortnahe und vielseitige Beschulung in den Städten und Gemeinden sicherzustellen. Dieses Ziel wird von meiner Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen unterstützt.

Zur Zielerreichung wurde der Arbeitskreis Schulstruktur gebildet. Zwischen den Schulträgern der Gemeinden und dem Schulträger Landkreis Verden soll ein abgestimmtes Konzept erarbeitet werden, das eine gemeinsame Schulentwicklung ermöglicht. Ich finde, dieser Arbeitskreis tritt zunehmend auf der Stelle. Meines Erachtens nach werden falsche Prioritäten gesetzt. Erste Priorität sollte die Frage der pädagogischen Ausrichtung sein. Stattdessen rücken Standortfragen -besonders im Hinblick auf den demografischen Wandel – also der zurückgehenden Schülerzahlen- und die ständig neuen Verordnungen des Landesschulamtes zur Schulstruktur in den Vordergrund.

Trotz der Bekundungen selbst der FDP und der Unionspolitiker im Land, dass ein gutes Bildungssystem wichtiger ist als Steuersenkungen regiert der Rotstift Als Beispiel sei hier nur die Diskussion um die Ganztagsschule in Achim genannt. Oder die aktuellen Forderungen des Landesrechnungshofes 9200 Lehrerstellen in den nächsten Jahren abzubauen. Noch im Januar hatte die schwarz-gelbe Regierung erklärt, das Bildungsressort von der Sparrunde auszuklammern.

Der Landkreis Verden steht vor der bildungspolitischen Herausforderung die Abwanderung der Schülerinnen und Schüler in andere Landkreise oder nach Bremen -beispielsweise durch ein Gesamtschulangebot- zu stoppen und den Anteil der Risikoschüler zu verringern.

Zirka 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler erreichen nicht das Bildungsminimum, das für eine erfolgreiche Ausbildung notwendig ist. Hier hat sich seit dem Pisa-Schock 2001 viel zu wenig getan. Ein gerechtes Bildungssystem muss den Anspruch haben, jedes Kind zu fördern und gesellschaftliche Blockaden durch das Aussortieren nicht noch zu verfestigen. Bündnis 90/Die Grünen wollen einen Konsens, um die Ideologisierung der Bildungsdebatte zu überwinden. Es geht nicht darum, entweder die Strukturen zu verändern oder die Qualität zu verbessern – beides muss zusammenkommen. Wir brauchen ein längeres gemeinsames Lernen ebenso wie mehr individuelle Förderung und bessere Unterrichtsmethoden. Nur so können wir die Eltern überzeugen. Sie sind der Schlüssel für einen Bildungskonsens, deshalb muss ein Ziel bei der Weiterentwicklung der Schulstruktur auch die Elternbefragung im Landkreis Verden sein. Außerdem sollten Schülervertretungen, Gewerkschaften, Arbeitgeber, Migrantenverbände beteiligt werden. Schulen müssen autonomer werden. Kollegien, die mutig sind neue Wege zu gehen. müssen unterstützt werden. Schulleitungen vor Ort wissen oft besser, was für ihre Schule gut ist, als die Kultusbürokratie.

Die Weiterentwicklung der Schulstruktur kann nur mit pädagogischen Reformen gelingen. Wir unterstützen daher das „Bündnis Schulen“ Kontakt: info@volksbegehren-schulen.de . Vielleicht helfen auch Sie mit, das Bündnis zu unterstützen. Denn nur so kann die Landespolitik den Reformwillen der Basis nicht immer ignorieren.

Karin Labinsky-Meyer,

Kreistagsfraktion, Bündnis 90/Die Grünen

27Aug

Verdener Gespräch: „Blaues Gold“ – unser wichtigstes Lebensmittel

Bei uns kommt das Wasser aus dem Hahn: in Trinkwasserqualität – sauber und frisch. Wir Verbraucher benutzen es zum Kaffee aufbrühen, zum Haare waschen, zum Kartoffeln kochen, für die Waschmaschine, den Garten, die Toilettenspülung und das Planschbecken. Sauberes Wasser ist für uns eine Selbstverständlichkeit geworden.
Durchschnittlich verbraucht jeder Bundesbürger täglich 129 Liter Trinkwasser, davon werden lediglich 3 % zum Kochen und Trinken genutzt.
In Angola verbraucht der Mensch pro Tag 18 Liter, im Tschad sind es nur 11 Liter. Jeder Australier hingegen genießt pro Tag 471 Liter Frischwasser. Lebensstandart bedeutet: steigender privater Wasserverbrauch.
Schätzungen gehen davon aus, das sich der private Wasserverbrauch in den nächsten 30 Jahren noch einmal verdreifachen wird. Dann wird mindestens 40% der Weltbevölkerung in Ländern leben, in denen chronische Wasserknappheit herrscht. Das bedeutet Krankheit, Hunger, noch weiter steigende Kindersterblichkeit. Schon jetzt sterben täglich weltweit über 5.000 Kinder, weil sie kein sauberes Trinkwasser und keine ausreichenden sanitären Bedingungen haben.
Konflikte um Ernährung, Wasser und Land werden die Zukunft bestimmen.
Wir leben auf dem „Blauen Planeten“, aber unsere wichtigste Ressource „Wasser“ ist begrenzt. Übermäßige Wasserentnahmen zerstören den Wasserkreislauf als sich selbst regenerierenden Rohstoff.
Ökologische Systeme reagieren empfindlich auf Eingriffe: wie sich die Übernutzung von Wasserreserven auswirkt, lässt sich exemplarisch an den Feuchtgebieten in Kalifornien zeigen, die durch den Raubbau an den Wasserreservaten fast völlig verschwunden sind. Von den früher 60 Millionen Zug – und Wasservögeln in diesen Gebieten sind noch 3 Millionen übrig geblieben.
Die Zuflüsse zum Aralsee wurden in so großem Umfang für die Bewässerung von Baumwollfeldern genutzt, dass der einst riesige See jetzt austrocknet mit verheerenden Folgen für Pflanzen, Tiere und Menschen.
Massive Wasserentnahmen durch Coca-Cola in Indien führen zum Absinken des Grundwasserspiegels in vielen Regionen, so dass der Bevölkerung kaum noch Wasser für den täglichen Gebrauch zur Verfügung steht.
Wasser wird knapp und damit kostbar – der „World Water Index“ kann über Aktienfonds gehandelt werden. Börsianer erwarten ausgezeichnete Profite für die Anleger, die in den „wichtigsten Rohstoff des 21. Jahrhunderts“ investieren.
Dem entgegnet Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises: “Die Frage ist nicht, ob es eine grüne Zukunft gibt. Eine Zukunft gibt es nur, wenn sie grün gestaltet wird!”

Was bedeuten diese Erkenntnisse nun für die Wasserentnahmen im Landkreis Verden? Auch hier muss gelten: Es darf nicht mehr Wasser entnommen werden, als sich natürlich erneuert. Diese Grundannahme muss der Maßstab für künftige Wasserförderung werden – weltweit ebenso wie am Panzenberg im Landkreis Verden. Nur so können Austrocknungen, Absinken des Grundwasserspiegels, Veränderung von Flora und Fauna verhindert werden. Da Wasserkreiskreisläufe sehr komplexe Systeme sind und Faktoren wie Klimaveränderung kaum hochgerechnet werden können, sollte es ausgeschlossen sein, Genehmigung zur Förderung für länger als 10 Jahre zu erteilen.
Eine sparsame Verwendung endlicher Ressourcen unter öffentlicher Kontrolle und Ausbau regenativer Nutzungen (z.B. Regenwasser-Toilettenspülungen…) garantieren, dass auch künftige Generationen sagen können: „bei uns kommt das Wasser aus dem Hahn, sauber und frisch!“

Doris Gerken
Kreistagsabgeordnete
Bündnis 90 / Die Grünen

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