Weiter zum Inhalt
30Aug

Ute Barth-Hajen kandidiert für die Grünen

“Meckern alleine hilft nicht,
man sollte selber aktiv werden”

Countdown zur Kommunalwahl: Soziales Engagement und Auftritt bei “X-Faktor” – Ute Barth-Hajen kandidiert für die Grünen

Von Ralf Michel
Achim. Die Arbeit in einem Gremium des Stadtrates kennt Ute Barth-Hajen schon. Seit zwei Jahren sitzt sie als externes Mitglied für die Grünen im Sozialausschuss. An die Umgangs-formen der Politiker untereinander musste sie sich erst gewöhnen – “die sind manchmal ziemlich ruppig” -, aber abschrecken konnte sie das nicht. Im Gegenteil: Bei der Kommunal- wahl im September tritt die 49-Jährige als Kandidatin der Grünen an.

Politisch interessiert war die gebürtige Auricherin schon immer, stammt aus einer Arbeiterfamilie, ein “roter Haushalt”, wie sie selbst sagt. Da gehörte die kritische Begleitung der Regierungspolitik, insbesondere die unter Bundeskanzler Helmut Kohl, sozusagen dazu. Und neben Kritik und Schimpferei ab und an auch durchaus mal ein Gedanke: “Meckern allein hilft nicht, man sollte selber aktiv werden.” Genau dies setzt Ute Barth-Hajen seit einiger Zeit Stück für Stück für sich um. Wobei der eigentliche Impuls nicht der Sitz im Sozialausschuss war, sondern die Arbeit für die Achimer Tafel. Die 49-Jährige war vor vier Jahren eine der Triebfedern beim Aufbau der Hilfseinrichtung, die Lebensmittel an bedürftige Menschen verteilt. “Da liegt so viel im Argen, da herrschen noch so viele Vorurteile und Unwissenheit”, sagt Barth-Hajen, die 2. Vorsitzende des Trägervereins ist, und macht kein Hehl daraus, dass der soziale Bereich ganz sicher einer ihrer Schwerpunkte sein wird, so sie denn in den Stadtrat gewählt wird.


Ute Barth-Hajen hat die „Achimer Tafel“ mit auf- gebaut,
eine Hilfseinrichtung, die Lebensmittel an bedürftige Menschen verteilt.
Ein weites Feld für soziales Engagement: „Da liegt viel im Argen,
da herrschen noch so viele Vorurteile und Unwissenheit.“

 

 

 FOTO: BUTT
Bei den Grünen, deren Parteibuch sie (noch) nicht hat, fühlt sie sich gut aufgehoben, “weil sie sehr viele meiner Themen vereinen und sehr vielseitig arbeiten”. Auch die Toleranz innerhalb der Partei begrüßt sie ausdrücklich – “da konnte zum Beispiel im Rat auch jemand gegen den Kreisverkehr stimmen” – und sieht bei den Grünen nicht so erstarrte Strukturen. “Ich glaube, da hat man mehr Raum sich zu entfalten, da ist es okay, auch mal einen ganz anderen Weg zu gehen.” Vielleicht sei dies ein genereller Vorteil der kleineren Parteien: “Man hat nicht so einen schwerfälligen Apparat, ist beweglicher.”

Wichtig ist ihr dabei, mehr Transparenz in die politische Arbeit zu bringen. “Dass es den Bürgern auch verständlich wird, warum etwas so und nicht anders gemacht wird.” Derzeit sei vieles im Stadtrat für Außenstehende oft nicht mehr nachvollziehbar. Die Sitzungen der politischen Gremien kämen ihr vor wie Schauveranstaltungen, die vorab innerparteilich längst entschieden seien. Ziel von Ratsarbeit müsse eine ganz andere Akzeptanz sein. “Da darf nicht jeder immer total bei sich bleiben, es muss um den Konsens gehen und darum, dass die Leute das Gefühl haben, sie sind dabei.”

Wozu für Barth-Hajen aber auch gehört, dass sich der Bürger selbst informiert. “In einer Stadt wie Achim passiert nichts von jetzt auf sofort.” Da gäbe es immer einen langen Vorlauf mit Anträgen, Sitzungsvorlagen und Diskussionen in unterschiedlichen Gremien. Am Ende eines solchen Prozesses das Ergebnis zu kritisieren, sei einfach. “Vielleicht muss man sich vorher einfach mal aufraffen und zu so einer langweiligen Sitzung gehen, wenn man etwas ändern möchte.

” Apropos “was ändern”: “Ich finde, die Stadt Achim sollte ihre Kapazitäten viel mehr nutzen”, schwenkt Ute Barth-Hajen zu einem zweiten Punkt über, der ihr neben dem sozialen Bereich besonders am Herzen liegt – die Stadtentwicklung. “Stadt am Fluss” würde hierbei ein Stichwort für sie lauten. “Und warum nicht mal über einen Platz für Wohnmobile nachdenken?” An dieser Stelle blitzt ihre kurzzeitige Tätigkeit für die Tourismus-Information in der damaligen Achimer Stadtmarketinggesellschaft durch. Ursprünglich gelernt hat Ute Barth-Hajen Schauwerbegestalterin, worunter man unter anderem das Dekorieren von Schaufenstern oder auch Läden versteht. Derzeit arbeitet sie als Vorstandsassistentin bei den Grünen auf Kreisebene.

Und dann ist da noch eine große Liebe, die die Mutter zweier erwachsener Kinder auszeichnet: die Musik. Ute Barth-Hajen ist Sängerin, tritt sowohl als Solistin als auch mit einer Gruppe auf. Ein Hobby, das ihr fast zu landesweiter Berühmtheit verholfen hätte. Auf Anregung eines Musikredakteurs hat sie bei der Casting-Show “X-Faktor” mitgemacht und es mit ihrer Jazz-Darbietung immerhin mehrere Runden weit gebracht (inklusive ausdrück-lichem Lob von Promi-Jurorin Sarah Connor). Bis in die Fernsehsendung hat es letztlich dann doch nicht geklappt, aber eine spannende Erfahrung sei es trotzdem gewesen, lacht die 49-Jährige.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Achimer Kurier Seite: 1 Datum: 30.08.2011

30Aug

Kritik und Unterstützung für Energiepark

Kritik und Unterstützung für Energiepark

Fritz Greimann möchte die Raketenstation Embsen umgestalten 
Gespräch mit Oytener und Achimer Grünen

Von Ulrich Tatje Achim/Oyten.

Am liebsten möchte Fritz Greimann (74), Eigentümer der 100000 Quadratmeter großen ehemaligen Raketenstation auf der Grenze zwischen Embsen und Oyten, auf dem Gelände einen Energiepark bauen. Mit Windrädern, einer Biogasanlage und ergänzenden Photovoltaik-Modulen. Der Syker Unternehmer weiß aber um die Schwierigkeiten. “Wir bauen das, was man uns genehmigt”, sagte Greimann bei einem Informationsgespräch mit Grünen aus Achim und Oyten. Die Greimann & Lorenz Grundstücks und Verwaltungs GbR hatte im Mai bei der Zwangsversteigerung des Geländes den Zuschlag bekommen. Seit zwei Jahren arbeiteten er und seine Mitstreiter an dem Projekt, sagte Greimann am Mittwoch bei einem Ortstermin mit grünen Kommunalpolitikern aus Achim und Oyten. Er wisse dank eines umfangreichen Gutachtens genau über die 1968 gebaute und 25 Jahre später außer Betrieb gegangene Raketenstation Bescheid. Jetzt sei er dabei, das Gebiet neu zu beplanen.

Die Gemeinde Oyten und die Stadt Achim hatten geplant, die ehemalige Raketenstation in ein großes, gemeinsames Gewerbegebiet zu integrieren. Rund ein Viertel der Greimann-Immobilie liegt auf Oytener Gebiet. Er wäre bereit, diesen Teil abzugeben, “uns reichen die restlichen 73000 Quadratmeter”, sagte Greimann am Mittwoch. Die Gewerbegebietspläne auf Achimer Seite seien gescheitert, weil die Stadt die notwendigen Grundstücke nicht kaufen konnte, erklärten die Grünen-Politiker.

Windenergie sei sehr lukrativ, so Greimann, ebenso wie Biogas. Dem Bau von Windrädern auf dem Gelände steht aber das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises entgegen, wonach ein Mindestabstand von drei Kilometern zwischen einzelnen Windparks einzuhalten ist. Die bestehenden Windräder hätten Bestandsschutz, erklärte der Kreistagsabgeordnete Axel Eggers. Dann werde es höchste Zeit umzudenken, regte der Achimer Ratsherr Michael Schröter an. Denn das RROP stamme noch aus der Zeit vor Fukushima. “Machen Sie Ihre Kalkulation erstmal ohne Windkraft”, riet Eggers dem Unternehmer, zumindest mal für die nächsten zehn Jahre bis zu einer Neuauflage des RROP.

Für die Biogas-Anlage, sagte Greimann, habe er sich bereits die Genossenschaft Heidesand in Scheeßel mit ihren 800 Mitgliedern ins Boot geholt. Die Landwirte sollen die Grundstoffe für die Anlage liefern. Ob Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen, Holzhackschnitzeln oder Abfällen produziert werde, ließ Greimann offen. Er möchte mit den Kommunen und Behörden still und harmonisch zu einem Ergebnis kommen, erläuterte er seine Strategie, “nicht auf die aggressive Art”. Notfalls, ergänzte er, könne er aber auch anders. Er möchte die Interessen der Landwirte berücksichtigen und bürgernahe Beteiligungen an der Anlage anbieten. Der Investor, der früher eine Spedition geleitet hat, griff die Kritik auf, die Biogasanlage könnte zu groß sein und eine sogenannte Vermaisung der Landschaft auslösen. Er könne sich einen Betrieb “mit verschiedenen Rohstoffen” vorstellen und zeige sich auch nicht abgeneigt, über die Verarbeitung von Tierabfällen nachzudenken, die nach Ansicht Michael Schröters eine hohe Energiedichte aufwiesen.

Er habe sich noch nicht festgelegt, wie die Biogasanlage betrieben werden soll. “Wenn wir wissen, was genehmigt wird, geht das Rechnen los”, gab sich Greimann offen, “wir gehen hier nicht mit der Brechstange ran.” Er könne mit grundsätzlicher Unterstützung der Grünen rechnen, fasste Axel Eggers das Meinungsbild zusammen, allerdings “müssten Sie an vielen Stellen noch konkreter werden.” Die Biogasanlage sei wegen ihres Dauerbetriebes eine reizvolle Alternative zu herkömmlichen Kraftwerken, so Michael Schröter, sie habe aber auch eine Reihe negativer Seiten.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Achimer Kurier Seite: 1 Datum: 26.08.2011

04Jul

Die Grünen Kandidaten für Achim stellen sich und ihr Programm vor

Achim – Grüne Politik bekommt zunehmend ein höheres Gewicht und Zuspruch aus der Bevölkerung. Auch die Achimer Grünen rechnen bei der Stadtratswahl im September mit Stimmenzuwächsen und haben bei der Wahl ihrer Kandidaten dementsprechend Wert auf eine gute Mischung aus Erfahrung und Erneuerung gelegt.

Mit dieser Mannschaft treten die Grünen in Achim zur Stadtratswahl an. 

Insgesamt 15 Kandidatinnen und Kandidaten werden sich für den Stadtrat zur Wahl stellen. Darunter finden sich mit Michael Schröter, Gabi Sommer, Silke Thomas, Joachim Schweers und Axel Eggers erfahrene Kommunalpolitiker, die schon grüne Politik im Stadtrat oder Kreistag vertreten haben.

Neu dabei ist Ute Barth-Hajen, die sich mit der Leitung der Achimer Tafel einen Namen gemacht hat und bereits als externes Mitglied in den Ausschüssen für Soziales und für Stadtplanung kommunalpolitische Erfahrung gesammelt hat. Die Betriebswirtin Susanne Hüneke, Betriebswirt Jürgen Kenning, IT-Dienstleister Boris Berthelmann und Versicherungskaufmann Jörg Worthmann treten erstmals für die Grünen an und wollen ihre Wirtschaftskompetenz einbringen.

Corinna Stuck und Sabrina Kernhoff sehen ihre Schwerpunkte in Umweltschutz- und Klimafragen. Der Student Christian Claus ist mit 22 Jahren der jüngste grüne Kandidat. Der Windenergiefachmann Lutz Nickel und der Bauingenieur Prof. Peter Bartram haben ihre Schwerpunkte in der Energiepolitik und der Stadtentwicklung.

„Wir freuen uns, dass wir Fachleute zu allen Themen der Kommunalpolitik in unseren Reihen haben“, sagt Axel Eggers, der Sprecher des Ortsverbands, beim Blick auf die Kandidatenliste. „Ein gutes Team für grüne und verlässliche Politik in der Stadt Achim.“

Als Schwerpunkte der zukünftigen Stadtratsarbeit sehen die Grünen weiterhin die Stadtentwicklung, Jugend- und Sozialpolitik, Kultur- und Energiepolitik. Zur Innenstadtentwicklung fordern sie neben einer maßvollen Erweiterung der Verkaufsflächen in der Fußgängerzone vor allem mehr Grün und Aufenthaltsqualität in der gesamten Innenstadt.

Bedarf für weitere als die bisher geplanten Neubaugebiete sehen die Grünen nicht mehr, auch um weiterer Versiegelung des Bodens entgegenzuwirken. Vielmehr gelte es, vorhandene Gebäude und Wohngebiete zu erhalten und zu modernisieren. Initiativen zur Wärmeisolierung und Energieeffizienz sowie seniorengerechtem Umbau von Wohnungen müssten gefördert werden. Dabei würden zum Beispiel gute Beratung und die Nutzung von Bundesfördermitteln helfen. Ziel der Grünen ist es, dass die Stadt Achim eine Strategie entwickelt, um perspektivisch ihren Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu beziehen.

Obwohl die Finanzlage der Stadt angespannt ist, wehren sich die Grünen dagegen, an der Qualität von sozialen Einrichtungen zu sparen. Drei Fachkräfte pro Gruppe in Krippen, der weitere Ausbau der Ganztagsschulen und eine bedarfsgerechte Jugendarbeit dürften nicht dem Sparzwang zum Opfer fallen. Dann sei es besser, eine preisgünstigere Lösung für die Bibliothekserweiterung im Rathausgebäude zu wählen, die nach und nach mit steigendem Bedarf wachsen kann. Hierzu fordern die Grünen vorab eine Bürgerbefragung, um die Achimerinnen und Achimer aktiv in den Entscheidungsprozess miteinzubinden.

Dabei kommt es den Grünen vor allem darauf an, die knappen Gelder nachhaltig für eine soziale und ökologische Zukunft Achims einzusetzen.

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
69 Datenbankanfragen in 1,754 Sekunden · Anmelden