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Verdener Gespräch
26Okt

Verdener Gespräch: Neue Energie für Verden

“Im September dieses Jahres haben der Stromkonzern Lichtblick und der Automobilhersteller VW eine weltweite Partnerschaft für den Bau und die Vermarktung von kleinen Blockheizkraftwerken (Mini-BHKW) vereinbart. Diese BHKW, von den beiden Unternehmen „Zuhause-Kraftwerk“ genannt, könnten auch bald schon in Verden stehen.

Die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen im Verdener Stadtrat hat bereits am 14.10.2008 einen umfassenden Antrag zur Beschlussfassung im Rat der Stadt Verden gestellt. Dieser Antrag beinhaltet unter anderem die Unterstützung der verstärkten Installation von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) und Mini-Blockheizkraftwerken (BHKW) in den dafür geeigneten Gebäuden und die Steuerung dieser Anlagen über ein virtuelles Kraftwerk Nun bieten zwei renommierte Unternehmen die technische Lösung für dieses ehrgeizige und zukunftsweisende Projekt in Verden.

Die Unternehmen Lichtblick und VW planen die Produktion und Installation von 100.000 Anlagen und bieten diese Technologie damit als erster Hersteller in Großserientechnik an. Wenn 100.000 dieser gasbetriebenen BHKW über eine gemeinsame Leitstelle zu einem virtuellen Großkraftwerk zusammengeschlossen werden, haben Sie bereits eine Kapazität von bis zu 2.000 Megawatt. Das entspricht der Leistung von 2 Atomkraftwerken. Diese dezentralen „Großkraftwerke“ schließen daher endlich, auf umweltfreundliche Weise, die Lücke der witterungsabhängigen erneuerbaren Energieerzeugung durch Solar- und Windkraftanlagen. Grüne Politik, die darauf baut das unsere Energieversorgung auch ohne zusätzlichen Bau von Kohlekraftwerken und ohne Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken sichergestellt werden kann, ist damit heute umsetzbarer denn je zuvor.

Damit in Verden die vom Rat der Stadt beschlossene nachhaltige Reduzierung des CO2-Ausstoßes und die wachsende Unabhängigkeit der Stadtwerke von den großen Energiekonzernen umgesetzt werden kann, bedarf es auch konkreter Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele. Daher stellt die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen heute zwei ergänzenden Anträge zur Beschlussfassung im Rat. Zum einen sollen die Stadtwerke Verden Kontakt zu den Herstellern der „Zuhause-Kraftwerke“ aufnehmen, um die Realisierung eines virtuellen Kraftwerks voranzutreiben. Zum anderen soll die Stadt Verden bei der Vermarktung neuer Gewerbegrundstücke, in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken, die Installation von gasbetriebenen Blockheizkraftwerken fördern und unterstützen.

Die Fraktion der Grünen wird sich intensiv dafür einsetzen, dass diese Anträge nunmehr auch zeitnah zu einer Beschlussfassung im Rat der Stadt führen.

Energiepolitik, insbesondere umweltfreundliche Energiepolitik, führt immer stärker zu dezentralen Lösungen in der Energieerzeugung. Daher wird Energiepolitik auch immer stärker auf kommunaler Ebene, in den Stadträten und Kreistagen stattfinden. Wir Grünen stehen dafür bereit.”

Martin Deter

Stellv. Fraktionsvorsitzender, Bündnis 90/Die Grünen im Verdener Stadtrat

27Aug

Verdener Gespräch: „Blaues Gold“ – unser wichtigstes Lebensmittel

Bei uns kommt das Wasser aus dem Hahn: in Trinkwasserqualität – sauber und frisch. Wir Verbraucher benutzen es zum Kaffee aufbrühen, zum Haare waschen, zum Kartoffeln kochen, für die Waschmaschine, den Garten, die Toilettenspülung und das Planschbecken. Sauberes Wasser ist für uns eine Selbstverständlichkeit geworden.
Durchschnittlich verbraucht jeder Bundesbürger täglich 129 Liter Trinkwasser, davon werden lediglich 3 % zum Kochen und Trinken genutzt.
In Angola verbraucht der Mensch pro Tag 18 Liter, im Tschad sind es nur 11 Liter. Jeder Australier hingegen genießt pro Tag 471 Liter Frischwasser. Lebensstandart bedeutet: steigender privater Wasserverbrauch.
Schätzungen gehen davon aus, das sich der private Wasserverbrauch in den nächsten 30 Jahren noch einmal verdreifachen wird. Dann wird mindestens 40% der Weltbevölkerung in Ländern leben, in denen chronische Wasserknappheit herrscht. Das bedeutet Krankheit, Hunger, noch weiter steigende Kindersterblichkeit. Schon jetzt sterben täglich weltweit über 5.000 Kinder, weil sie kein sauberes Trinkwasser und keine ausreichenden sanitären Bedingungen haben.
Konflikte um Ernährung, Wasser und Land werden die Zukunft bestimmen.
Wir leben auf dem „Blauen Planeten“, aber unsere wichtigste Ressource „Wasser“ ist begrenzt. Übermäßige Wasserentnahmen zerstören den Wasserkreislauf als sich selbst regenerierenden Rohstoff.
Ökologische Systeme reagieren empfindlich auf Eingriffe: wie sich die Übernutzung von Wasserreserven auswirkt, lässt sich exemplarisch an den Feuchtgebieten in Kalifornien zeigen, die durch den Raubbau an den Wasserreservaten fast völlig verschwunden sind. Von den früher 60 Millionen Zug – und Wasservögeln in diesen Gebieten sind noch 3 Millionen übrig geblieben.
Die Zuflüsse zum Aralsee wurden in so großem Umfang für die Bewässerung von Baumwollfeldern genutzt, dass der einst riesige See jetzt austrocknet mit verheerenden Folgen für Pflanzen, Tiere und Menschen.
Massive Wasserentnahmen durch Coca-Cola in Indien führen zum Absinken des Grundwasserspiegels in vielen Regionen, so dass der Bevölkerung kaum noch Wasser für den täglichen Gebrauch zur Verfügung steht.
Wasser wird knapp und damit kostbar – der „World Water Index“ kann über Aktienfonds gehandelt werden. Börsianer erwarten ausgezeichnete Profite für die Anleger, die in den „wichtigsten Rohstoff des 21. Jahrhunderts“ investieren.
Dem entgegnet Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises: “Die Frage ist nicht, ob es eine grüne Zukunft gibt. Eine Zukunft gibt es nur, wenn sie grün gestaltet wird!”

Was bedeuten diese Erkenntnisse nun für die Wasserentnahmen im Landkreis Verden? Auch hier muss gelten: Es darf nicht mehr Wasser entnommen werden, als sich natürlich erneuert. Diese Grundannahme muss der Maßstab für künftige Wasserförderung werden – weltweit ebenso wie am Panzenberg im Landkreis Verden. Nur so können Austrocknungen, Absinken des Grundwasserspiegels, Veränderung von Flora und Fauna verhindert werden. Da Wasserkreiskreisläufe sehr komplexe Systeme sind und Faktoren wie Klimaveränderung kaum hochgerechnet werden können, sollte es ausgeschlossen sein, Genehmigung zur Förderung für länger als 10 Jahre zu erteilen.
Eine sparsame Verwendung endlicher Ressourcen unter öffentlicher Kontrolle und Ausbau regenativer Nutzungen (z.B. Regenwasser-Toilettenspülungen…) garantieren, dass auch künftige Generationen sagen können: „bei uns kommt das Wasser aus dem Hahn, sauber und frisch!“

Doris Gerken
Kreistagsabgeordnete
Bündnis 90 / Die Grünen

01Jul

Verdener Gespräch: “Bildungswüste Niedersachsen?“

Trotz massenhafter Proteste haben CDU und FDP die Änderungen des Schulgesetzes beschlossen!
Sie ist da die wohlverdiente Sommerpause für die Schülerinnen und Schüler, für die Familien, für die Abgeordneten. Doch die Freude bleibt getrübt, denn trotz massenhafter Demonstrationen hat CDU- FDP Landesregierung die Schulgesetzänderung beschlossen. Am 17. Juni demonstrierten laut Auskunft des Landesschülerrates 53 000 Schülerinnen, gegen den Leistungsdruck, für kleinere Klassen, für mehr Lehrer. Vor allem aber richtet sich der Protest, der von Eltern und Lehrern unterstützt wird, gegen das neue Schulgesetz, dass die Gesamtschulen zum Turbo Abitur zwingt.
Auch im Landkreis Verden demonstrierten über tausend Menschen gegen die Änderungen im Schulgesetz. Dennoch blieben all die Proteste ungehört, Die Opposition sprach von der Arroganz der Macht und ideologischer Verbohrtheit . Während der Ministerpräsident Wulff von „Bildungslandschaften Niedersachsen“ spricht, sprechen Elternräte von der „Bildungswüste Niedersachsen“. weiterlesen »

06Mai

Verdener Gespräch: “Energiewende in Verden”

Sowohl die Bundesregierung als auch der Rat der Stadt Verden haben eine nachhaltige Reduzierung des CO2-Ausstoßes beschlossen. Damit diese Beschlüsse nicht bloße Lippenbekenntnisse bleiben, bedarf es konkreter Maßnahmen zur Erreichung der sehr ehrgeizigen Ziele. Die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen im Verdener Stadtrat hat daher am 14.10.2008 einen umfassenden Antrag zur Beschlussfassung im Rat der Stadt Verden gestellt. Dieser Antrag beinhaltet im wesentlichen die Unterstützung der verstärkten Installation von Solartechnik und die Förderung des Einsatzes von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) und Mini-Blockheizkraftwerken (BHKW) in den dafür geeigneten Gebäuden. Die Stadtwerke Verden sollen, als stadteigenes Unternehmen, in die Realisierung und den Betrieb dieser Anlagen eingebunden werden. weiterlesen »

02Jul

Verdener Gespräch: “Was brauchen junge Menschen?”

Am Dienstag, dem 08.07.2008 soll der Rat der Stadt Verden darüber entscheiden, ob die Selbstverwaltung des Jugendzentrums Dampfmühle, nach 30 Jahren seines Bestehens, beendet wird. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stemmt sich vehement gegen diese Abschaffung der Selbstverwaltung. Die eigenverantwortliche Beteiligung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen an den Entscheidungen über die Gestaltung des Jugendzentrums muss unbedingt erhalten werden. weiterlesen »

26Nov

Verdener Gespräch: “Standort Verden stärken”

Umweltschutz und Wirtschaftspolitik stehen zueinander nicht im Widerspruch, sie gehören untrennbar zusammen. Dauerhaft kann Wirtschaft nur in einer intakten Umwelt stattfinden. Und mit grüner Wirtschaft lassen sich durchaus schwarze Zahlen schreiben.

Als Realisten gegenüber der Notwendigkeit wirtschaftlichen Handelns, möchten die Grünen in Verden ausdrücklich die Ansiedlung neuer Betriebe und den Ausbau bereits ansässiger Unternehmen unterstützen. Neben den neuen Gewerbegebieten, z.B. am Finkenberg, dürfen wir die bestehenden Gewerbegebiete jedoch nicht vergessen. Nur so können wir in Zukunft stadtnahe Brachen und leerstehende Flächen vermeiden und bereits heute ungenutzte bebaute Flächen wieder beleben.
Bezüglich der Gewerbebetriebe in Verden ist eine gesunde Mischung der unterschiedlichen Branchen sehr wichtig. Um nicht ausschließlich Menschen mit gehobener Qualifikation Arbeitsplätze anbieten zu können, muss im besonderen auch dem produzierenden Gewerbe eine Möglichkeit zum Ausbau oder zur Neuansiedlung in Verden gegeben werden. Dass wir als Grüne auch besonders die Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien, wie z.B. die Produzenten von Windkraftanlagen, die Hersteller von Solarzellen und deren Zulieferbetriebe im Auge haben, ist wohl selbstverständlich. Gerade diese Branche zeichnet sich seit Jahren durch das größte Wachstum, die höchste Investitionsbereitschaft und die Schaffung der meisten neuen Arbeitsplätze aus.
Als Unterstützung der Verdener Unternehmen möchten wir deren Teilnahme an den Ökoprofit Projekten fördern, wie z.B. den Fotovoltaik Programmen oder den Einsatz energiesparender Technologien. Diese verbinden in beispielhafter Weise die Vorteile für die Umwelt mit Kostensenkungen in den Betrieben.
Verden verfügt als Standortvorteil für die angesiedelten Unternehmen über eine ausgezeichnete Verkehrslage im norddeutschen Raum, mit sehr guten Anbindungen über Straße und Schiene, und über hervorragende Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen. Die schnelle Erreichbarkeit der Großstädte Bremen, Hamburg und Hannover mit Ihren Automobil- und Maschinenbauindustrien stellt gegenüber möglichen Zulieferbetrieben einen Vorteil dar, den wir deutlich herausstellen müssen. Zu den bildungsseitigen Vorteilen für die Heranbildung und Weiterbildung von Mitarbeitern gehören unter anderem die Verdener Gymnasien, die Berufsbildenden Schulen und die Kreisvolkshochschule. Eine bessere Vermarktung dieser Vorteile, als Grundlage für mögliche Neuansiedlungen, ist dringend notwendig. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Verdener Stadtrat wird sich intensiv dafür einsetzen.
Auch unsere attraktive Innenstadt stellt einen Standortvorteil, durch das Angebot einer hohen Wohn- und Lebensqualität, dar. Die Stadtmarketingaktivitäten sollen einen großen Teil zum Erhalt und zur weiteren Verbesserung dieser Qualität beitragen. Wir dürfen nur nicht hoffen, dass allein das Finden einer geeigneten Gesellschaftsform für das Stadtmarketing schon eine Verbesserung darstellt. Nur Inhalte und durchdachte Maßnahmen können zu positiven Ergebnissen führen. Eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten möchten die Grünen nochmals ausdrücklich anbieten.
Zur Unterstützung des Stadtmarketings befürworten wir den im Niedersächsischen Landtag vorliegenden Entwurf und die Verabschiedung eines „Gesetzes zur Stärkung von Einzelhandels- und Dienstleistungszentren“ (BID-Gesetz), um Rechtssicherheit für verbindliche Vereinbarungen zwischen der Stadt Verden und den ansässigen und ansiedlungswilligen Kaufleuten zu bekommen.

Martin Deter
Stellv. Fraktionsvorsitzender
Bündnis 90/Die Grünen
im Verdener Stadtrat

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